Montag, 14.09.2009
Sich fühlen wie ein kleines Kind
puste ein paar Mal Luft ein und aus um mal runter zu kommen, wichtig das. schieb dann die Jacke nochmal zur Seite, die braune, die ich eben aufhing. Da ist er, der Helm-Schelm, jenau an dem Platz, an dem er zu sein hat - wie mein kleiner Haushitler ditt so befiehlt - an seinem Platz. Hinter und unter meiner braunen Jacke.
so vielleicht fühlt sich ein Kind, dessen Elternteil mal eben hinter der großformatigen Tageszeitung verschwindet. existiert dann nicht mehr, in dem Moment, die Mama oder der Papa und der Helm-Schelm.
von kleinerPUNK um # 21:13 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Sonntag, 06.09.2009
Mister Squishy
Neulich habe ich auch ein DFW-Buch verschenkt; ich entdecke den Autor ja gerade erst, und die Zeitungen schrieben so Nettes und Schlaues über ihn, dass ich ihn schon liebgewonnen hatte und verschenkenswürdig fand, diese meine Neuentdeckung, meine neue literarische Expedition. Die Beschenkte allerdings sagte zuallervorderst: „Das ist doch der, der sich umgebracht hat.“ Man, war das doof und peinlich für mich, dass sie gleich seinen auf 20jährige Depression anschließenden Selbsttod auf den Lippen hatte; will man ja nicht, dass ein Geschenk so gar nicht aufheitert. (Ich habe auch einen Badezusatz zu dem Buch verschenkt; manche Leute lesen ja in der Badewanne, etwas, was ich selbst aber wenig entspannend finde; immer habe ich Angst, das Buch würde gleich ins schaumige Wasser plumpsen und sei dann nass und niemand könne es mehr lesen und die bezahlten 9€ seien dann futsch. Die Beschenkte hat in ihrer neuen Wohnung aber nur eine Dusche. Auch das doof und peinlich für mich; nun hat sie ein Badezusatz-Lesegeschenk und denkt vielleicht unter der Dusche über etwas so Unerfreuliches wie das Entschwinden von DFW nach, statt in kuscheligem Badewasser liegend über irgendwas Sinnerfreuendes.)
von kleinerPUNK um # 18:15 in QueErgedenktes | 2 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Sonntag, 24.05.2009
Frau Rex
Ich läute. Nochmal. Klopfe halb. Klopfe ganz. Nichts rührt sich. Das Licht geht wieder aus, ich nach oben. Entgegen der Trägheit, die mir eigen ist, wenn ich nachts mal nicht schlafen kann und trotzdem im Bett liegen bleibe, nicht zur Toilette gehe, mir kein Glas warme Milch bereite, fahre ich den Rechner hoch, warte, finde im Telephonbuch ihre Nummer. Läute.
Wieder nichts.
Dann setze ich mich hin, lese bei Wolkenfetzen die Neuigkeiten der letzten Tage, auch etwas über Kinderpornographie und Sperrlisten und drohende Zensur. Ich kann noch weniger schlafen.
Frau Rex von unter mir ist alt, vermutlich schwerhörig. Soviel weiß ich. Sie hört ja immer laut Radio. Inforadio, zumindest das. Die Worte schlängeln sich halbdeutlich hinauf in mein Ohr, kommen da jedoch nur verschwommen an; ich höre Bruchstückhaft Fussballergebnisse, und nachts auch das Kreischen des Kommentators, der – um diese Randradiozeit – Spielergebnisse bejubelt.
Ich stelle mir vor, wie sie alt und taub auf einem Sessel in ihrer Wohnung sitzt. Vermutlich schläft sie noch weniger als ich, wenn sie so alt ist, und nächtelang Radio hört. Ich bekomme, schlaflos wie ich diese Nacht bin, Angst vor dem Alter. Angst vor dem Alter die sich paart mit meiner seit Kindertagen mich begleitenden Angst vor dem Sterben, vor dem Tod. Eine Angst, für die ja Frau Rex nicht kann.
Vielleicht hätte ich weniger Kaffee trinken sollen. Die letzte Tasse heute Nachmittag war doch wirklich nicht nötig, geschmeckt hat sie auch nicht. Ich hadere noch immer; mittlerweile ist es gleich viertel 4.
Um 7 klingelt jetzt am Sonntag der Wecker, da geh ich dann arbeiten. Vielleicht ist Frau Rex unten umgefallen, und kann gar nicht mehr zur Tür oder zum Telephon, und auch das Radio nicht abstellen. Vielleicht will sie Hilfe.
Deswegen hadere ich nun, ob ich auf der Wache anrufe. Kann mir ja einreden, ich hätte sie gerettet.
von kleinerPUNK um # 03:13 in QueErgedenktes | 1 Kommentar | TrackBack (0) | versenden
Samstag, 07.02.2009
Selbstverletzung
Nach solcher Unachtsamkeit dann ins warme Wasser gekuschelt irgendwann später den Hahn abdrehen - und erschrecken beim Jingle von - Antennte Brandenburg.
Dann schnell todesmutig aus dem Wasser sprinten, hoffen, der FI-Sicherheitsschalter möge funktionieren, und nassen Fußes schnell den Radiostecker ziehen, bevor Freddy Quinn noch weiter 'La Paloma' trällert.
(So ein Stromschlag ist ja eigentlich nix gegen traurige Schlager, aber ich habe irgendwie keine Bindung zu Matrosen, mögen die mir das mal verzeihen!)
von kleinerPUNK um # 00:24 in QueErgedenktes | 4 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Freitag, 23.01.2009
Betreff: Rechnungen und Karrieretexte
Stratz ich also los - kann man ja mal das ganze Gedöns, das einem so in den Briefkasten geworfen wird, hübsch löchern und wegheften. Oder den ganzen schon mal gelesenen Mist der letzten 12 Semester in Reih und Glied stellen, sieht ja dann auch adretter aus. Und hinterher kann der Frühlingsputz nicht meckern, man hätte auf ihn keine Rücksicht genommen und seine imaginierten Gefühle mit Füßen getreten.
Braucht man Hefter für, um Bürogedöns und Karrieretexte eindrucksvoll ins Regal nebeneinander stellen zu können.
Geh ich los, packe 4 dieser Dinger ein (erstmal; all das Mahngedöns und die 12 Semester - kommt ganz schön was zusammen).
Fragt Mann an Kasse mich: "Quittung?"
Ich vernein das mal, will ich nicht.
Fragt Mann an Kasse: "Is das für privat?"
Oh.
Ja, schon, irgendwie. Ist das jetzt doof?
Aufräumen man jetzt gleich weniger viel Spaß, wenn der Schnauzbartmann in Conny's Containerladen einem den Diskurs um heimische Ordnerbeschaffung so unschmackhaft macht.
Stratz mal nächstens lieber in'n Lidl, schnorre da Bananenkartons.
von kleinerPUNK um # 16:23 in QueErgedenktes | 2 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Mittwoch, 21.01.2009
twelve hours until nuclear apocalypse
... it's a lovely fantasy, this fantasy of no time ...
[wir sollten alle ein bisschen mehr Zadie Smith lesen]
von kleinerPUNK um # 20:43 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Dienstag, 23.12.2008
Azinus
Werden wir, sobald wir krank sind und Patient, unumgänglich zu Amateuren unseres eigenen Lebens, egal, wie viel Hier und Da wir über das Funktionieren und Punktieren und Palliatieren menschlich-organischer Vorgänge wir auf Wikipedia und in der neuen Ausgabe der ApothekenRundschau nachlesen?
von kleinerPUNK um # 16:03 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Donnerstag, 18.12.2008
Freisein,haben
(Es bleiben 56 Minuten bis das losgeht ...)
von kleinerPUNK um # 13:04 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Donnerstag, 04.12.2008
Kalendergeschichten
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Montag, 03.11.2008
Jetzt mal politisch ...
(Hier stand ein YouTube-Link zu Obama bei EllenDeGeneres. Aber da die Google-Werbung nicht verschwinden wollte, sich vielmehr noch in jeden weiteren meiner Beiträge hinüberkopierte (vllt. bin ich ein Technik-Mädchen, aber ich habe da noch was anderes zu tun, als zu gucken, wie ich den Scheiß wieder ganz bekomme ...), hab' ich die Verlinkung wieder wech jenommen. So, Punkt und Basta!)
(Seltsam, die Werbung pleibt - war die schon immer da? Ist dem kleinen Punk nicht aufgefallen, Doofling!) Naja, dann kann Obama wieder kommen und der Punk guckt mal andernorts ...)
(Aber Ellen tanzt besser. Findet der kleinePunk.)
von kleinerPUNK um # 17:32 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Sonntag, 19.10.2008
... tsunamiday
von kleinerPUNK um # 22:52 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Samstag, 18.10.2008
semesterbeginnferienende
Liebe Frau ***,
endlich: Abi in der Tasche, auf ins Studentenleben! Und das sieht bekanntlich so aus: Morgens erstmal ausschlafen, am frühen Nachmittag dann Frühstück im Café mit mindestens 4 Latte Macchiato, abends Kneipe und/oder Party, dann wieder gründlich ausschlafen. Klingt gut? Entspricht aber leider nicht ganz den Tatsachen. Laut einer Umfrage des Online-Netzwerks StudiVZ stehen Studenten im Schnitt schon um 7.38 Uhr auf. Kein Wunder: Mit einem wöchentlichen Lernpensum von 34 Stunden und zusätzlich ca. 7 Stunden für den Nebenjob wird "Studieren" zum 41-Stunden-Vollzeitjob. Aber keine Angst: Ab und zu mal ausschlafen ist schon drin.
Ihr GMX Team
von kleinerPUNK um # 00:20 in QueErgedenktes | 3 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Freitag, 17.10.2008
Heidi Haida
Café, Samstag, 15 Uhr
"No more flowers for Haider"-Café. Zur Feier von Haiders Kuss mit dem Betonpfeiler servieren wir lecker Kaiser_innenschmarn und Apfelstrudel, dazu gibts kühle und warme Getränke, Kuchen und festliche Beschallung. Alles vegan. Eintritt frei.
von kleinerPUNK um # 14:18 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Dienstag, 07.10.2008
5, 52 € gespart
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Mittwoch, 01.10.2008
Luftsprünge
Eben stellte sich bei mir ein allumfassend himmelhoch fröhliches Gefühl ein, welches mir ein Kribbeln in alle Kapilargefäße hinein verursachte, selbst die allerschönsten Hochpunkte meiner bisherigen Existenz weeeeeit ins dunkelste Schattenlicht rückte, und mich in den Zustand zauberhaftester Vernebelung hob:
Ich habe bei meiner Hausarbeit den Zeilenabstand auf 1,5-zeilig umgestellt.
Das sind schon beinah 2 Seiten! Jippieh!
Nachtrag mehrere Arbeits(freie) Tage später (07.10.08):
DAS GANZE VERSTEHT SICH OHNE DECKBLATT, INHALTSVERZEICHNIS UND LITERATURNACHWEISE. EIGENTLICH BIN ICH SCHON FAST FERTIG!
von kleinerPUNK um # 12:25 in QueErgedenktes | 2 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Dienstag, 16.09.2008
Lieben müssen.
Ein wenig abseits dieser Duselei und mehr nüchtern betrachtet, sollte – durchaus – die Frage gestellt werden: Wie geht es dabei eigentlich Hamburg?
Nachdem BILD sich getrennt hat, von ... äh – Hamburg!, um in Berlin in den Axel-Springer-Hauptschoß zu fallen, (grundsätzlich eine weise Entscheidung, denke ich als Lokalpatriotin mir da, bin ja selber ooch dolle verschossen in die Stadt, aber da fremdelt das dicke B hier an der Spree ja nunmal schon mit den Regierungssitzern und – naja, eigentlich ja auch mit mir) – wie geht’s denn da der Verflossenen? Fühlt sich Hamburg jetzt als Provinz? (Wer – außer Berlin – tut das nicht?)
von kleinerPUNK um # 19:27 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Donnerstag, 04.09.2008
- Lukas.
von kleinerPUNK um # 02:18 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Zumindest ...
von kleinerPUNK um # 00:48 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Wo, zum Henker ...
von kleinerPUNK um # 00:21 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Dienstag, 29.07.2008
Schämprinzessin
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Mittwoch, 04.06.2008
Lokalblatt
Also bestelle ich die Süddeutsche, lese, freu mich auch; das alles ist schon spannend (wenn auch ein wenig fürchterlich grausam, der angezündete Mann in Südafrika).
Dann will ich fernsehen; mein Mitbewohner ist weg.
Ich schlage das mitgelieferte Fernsehprogramm auf, in Spalte 3 wirbt man für einen Wallander-Film. (Ein Krimi, es kann also NOCH schlimmer kommen als ein wütender Mob an Afrikas Südspitze).
Der Fernsehapparat läuft, vergeblich suche ich den Film; den Vorspann habe ich vermutlich schon verpasst. Nun, da werfe ich nochmal ein Auge ins Programm: Die Süddeutsche informiert in Spalte 3 darüber, was der bayerische Rundfunk so plant. Ahnt ja keiner. Empfängt ja keiner.
Mein Springer-Blättchen wirbt da ja sonst für RTL.
von kleinerPUNK um # 16:29 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Samstag, 17.05.2008
Frühlingswetter
... Phantomverliebtsein, dass sich nicht kanalisieren lässt, und sich am ehesten noch mit einem Verknalltsein in die Existenz als solche fassen lassen ... tut.
Gott küsse den Erfinder von Beck's Grüner Limone.
von kleinerPUNK um # 23:05 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Jochen Mariss
Was du sagst, offenbar,
und was du fühlst, mehr versteckt,
und was du andeutest, so sanft,
reflektiert, hör mich an,
gekerkerte Emotionen,
konditioniert in einem
Schnulzfilm mit
Hugh Grant.
Beziehungsweisen, derart,
konstruieren
Beziehungswaisen.
Das macht 2 Euro für die Wortspielkasse,
aber dennoch
(aber aber)
sage ich,
nich unglück -
lich:
ich beziehe mich
- auf mich.
von kleinerPUNK um # 22:32 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Tittentypen
... Äh, ja. Ich habe freilich nur während der Lehrveranstaltungen Brüste. Habe wohl nur zu spät damit angefangen, meine Brüste ins Spiel zu bringen, sonst hätte ich mich eventuell noch in das Linguistik-Seminar hochschlafen können ...
(Ich möchte klar stellen, dass dieser Eintrag nur besteht, um die Quote der von Pornoseiten auf den kleinen BloggerPunk hinüberstöbernden Fangemeinde zu erhöhen. Das entspricht ja eher meinem Zeitvertreib, Pornographie und so. All die Mutmaßungen darüber, ich würde auch den heutigen Samstagabend lernend vor Texten von und mit und über deutschtümelnde Geschichte verbringen, sind Schmarrn!
Ich geh mal meinen BH ausziehen, bevor ich im Textbuch weiterblättere ...!) (Textbuch? Wer sagte Textbuch? Ich meinte freilich den Playboy ... )
von kleinerPUNK um # 22:16 in QueErgedenktes | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Sonntag, 04.05.2008
Wozu?
Gut, ich gebe mich geschlagen; kein Schein für die Sprachwissenschaft in diesem Semester. Aber sie bietet den Kurs auch online an, und physisch sind höchstens 40 Leute im Raum, das ist fast nichts, das ist Luxus! Gebt uns ein Elite-Schildchen!
Ich versuche es also anders, und frage, meinerseits auch ein bisschen eingeschüchtert:
"Wenn Ihnen die Kontrolle meiner Abschlussklausur zu viel Mühe macht, darf ich dann zumindest rein aus Interesse am Kurs teilnehmen?"
Und die schönschlaue Dozentin: "Wie? Was haben Sie denn davon?" ...
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Mittwoch, 02.04.2008
Beschenke Kamerafahrten!
Im Verzicht auf Kamerabewegung ist Arslan konsequent, und zeigt uns, wenn die Laura aus dem Bildrahmen rennt, weil - ausserhalb der 19 Zoll - das Telephon schreit - dass das Medium Film nur eine Farce ist, das uns ständig vorgaukelt, wir wären mitten drin, und wüssten - schließlich folgt die Kamera den Protagonisten sonst fast überall hin - was so alles passiert.
Da schreibt DIE ZEIT im letzten Jahr, das Filmwerk sei ein Kammerspiel, mit Auf- und Abtritten. Doch dafür zeigen sich die 19 Zoll nicht groß genug, und so guckt man in die Welt, die in einem kastenförmigen Goldfischglas wohnt.
Und so fragt man auch, wer die denn sind, die Schauspielerrollen, wenn Arslan sie so - austauschbar, nebensächlich - immer nur von weit weg zeichnet. 19 Zoll - noch weiter weg als durch die billigsten Theaterkarten möglich ... Kein Kammerspiel, ein Kamera-Nicht-Spiel.
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Sonntag, 30.03.2008
Soziologie; Auffrischungskurs
Entweder ist es die andere 'Communitas' als solche, dem kleinen Punk hier doch zu fern, oder das Attribut 'Jugend-Club', oder mein Alter, oder alles – ich fühle mich – auf der anderen Seite, deplaziert. Nach dem 2. Beck's Lemon (ich bestelle beim Barmädchen ein Beck's, sie geht überlegend los, nähert sich wieder dem Tresen, wo ich wartend Platz genommen habe, und sagt: „Wie haben auch Beck's Lemon.“ Soso, Mädchenbier. Ich hätte mir vorm Herkommen zumindest die Haare tuhupieren sollen, stattdessen bin ich in meinem Axel-Springer-Kleidchen da. Dem LimonadenBier zustimmend, warte ich darauf, dass mir das Barmädchen als nächstes den Weg zum Eltern-Warteraum weist, in dem ich Pilcher-Lesend auf das Ende des Konzerts warten möge, um dann mein betrunkenes Balg nach Hause zu holen.Tz). Unangenehmer Weise lässt dieses Ende endlos auf sich warten, 'Nordwand' spielen statt wie versprochen um 21 Uhr irgendwann um halb eins, sie sind als Headliner aufgemacht, liefern aber den wohl schmerzhaftesten Soundcheck nicht nur meiner Musikgeschichte. Nach 3 gegröhlten Musikwerken ('Immer bis ich reier'), die Instrumente noch immer zu laut, die Sänger, trotz Millieu-Üblichem Geschrei doch zu leise, stiefeln wir wieder los, nehmen uns in Lichtenberg in den Arm, woraufhin ich nach diesem Abschied für die nächste Woche mein Telephon ausschalte; es macht ja eh keinen Sinn.
von kleinerPUNK um # 13:56 in | Kommentieren | TrackBack (0) | versenden
Mittwoch, 26.03.2008
Auftragswerk, prekär
Im zaghaften Versuch, sich fordernder Konvention und dem Zerren terminlicher Knechtung zu entsagen, alles ja unter der Vorhut, sich nicht auch noch selbst zu disziplinieren, plane ich ein ordentliches Zuspätkommen ein. 10.31 statt 10.29. Das ganze ist ja eine Wanderung, keine Not-OP.
Das aber sieht der Nach-Schorfheide-Zug der deutschen Bahn, der sich ängstlich auf dem S-Bahngleis tummelt und vor der ranrauschenden Stadtbahn türmt, anders – um wohl einer Not-OP zu entgehen, fährt er lieber schon mal los. Um 10.29 nämlich. Und M. und ich kommen dann eben 2 Minuten später, nun, knechtende Zungen behaupten: Zu-hu-hu spät. Mit der Stadtbahn nämlich, die der kleinen deutschen Bahn so fürchterliche Angst einjagt.
Naaaajaaaaa, man kann ja auch anders in die Schorfheide kommen. Man steigt nur 8 mal mehr von einem kleinen Kleckerzug in einen anderen, das ist schlimmer als wie Stadtbahnfahren. Aber dann sind wir auch da. Und dann wandern wir halt und wandern und …
Eigentlich ist die Strecke ja schon eher öde. Es wirkt beinah, als sei uns der Pfad, den wir entlang schlottern, vor die Körper gebunden, und als müssten wir seine schwere Last, die uns merklich Kräfte raubend die schmalen Schultern nach unten zieht, vor uns her balancieren.
Der Weg klappt sich ächzend und tonlos vor uns aus, und wir schieben die Kilometer achtlos und schweigend vor uns her.
Ich gehe neben Herrn L., wie immer bis zur palatalen Lähmung beeindruckt von dem, was er so weiß. Satzweise sprechen wir über Existenzielles, während Tpunkt vor uns den Marschton diktiert, und gut und heiter aufgesagte Phonetikbrocken (unsererseits), mal melodiert, mal gereimt, mit gelbem Zuckerwerk konditioniert. Unser eloquentes Zur-Schau-Stellen unseres kulturellen Kapitals kulminiert im Tagesreim – die ‚Question of the Day – which way?’ – ein Hochpunkt, aber auch: Zeichen schrecklicher Verirrtheit: Zur Hölle, wo geht’s denn nun wieder lang? Nochmal runter zum See, wo der Wind garstig um unsere Gesichter atmet?
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Klirrend vor Kälte, gemagert, ohne Schokolade, müde, und doch stolz ob dem, was wir vollbracht, erreichten wir mit Einbruch der Dunkelheit das Groß-Schönebecker-Ortseingangsschild. Höhnisch wie 6 Euro fünfzig, unter Tarif, liegt der Ort inmitten brandenburgischer Einöde vor uns da, das erwartbare Ergebnis eines selbst noch produktiven bonusalen Freizeitvergnügens.
von kleinerPUNK um # 11:12 in QueErgedenktes | 2 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Sonntag, 23.03.2008
Hörzu in Shortcuts, nur ausnahmsweise
1910 Megacities: Hongkong
2015 Cindy Sherman. Poträt der medienscheuen Fotokünstlerin
2235 Napoleon und die Deutschen (Tl. Eins und Zwei)
2245 Macbeth
Es gehört schon Standhaftigkeit dazu, an Ostern niemals BenHur zu sehen. (Mama hätte das getan.)
von kleinerPUNK um # 17:49 in QueErgedenktes | 3 Kommentare | TrackBack (0) | versenden
Auferstehungszeit

Samstag.
Eben wundere ich mich über mich selbst. Den ganzen Tag schon tue ich Dinge, die mir selbst seltsam erscheinen. Ich telephoniere, 4 Stunden am Morgen, und meine Gegenüber sind diesmal gar nur halbwegs mürrisch.
Ich fahre einkaufen, und bringe Zitronengras mit, später werde ich, weil ich mich in Polen erkältet habe, eine Hühnersuppe kochen, nach einem thailändischen Rezept. Noch während ich koche, wasche ich die eben benutzten Koch-Utensilien auch gleich wieder ab, und das wundert mich schon stark. Schade nur, dass ich zu erkältet bin, um mein Können nachher genussvoll beurteilen zu können, und Mitbewohner sind auch keine da, die mal eben probieren. Dann lese ich den Beginn einer Geschichte von irgendsoeinem irischen Autor, auf den ich im Internet gestoßen bin; er will ein Haus verkaufen, zumindest vermittelt mir sein lyrisches Ich diesen Eindruck. Mein Mitbewohner ist nun da, samt seiner Mutter; sie streiten. Ich schaue mir Musikvideos von The Pierces bei Youtube an und bin entzückt, danach streiche ich endlich die Wand im Flur; ich komme mir ganz häuslich vor, bei all den häuslichen Dinge, die ich tue. Naja, die Wand ist ja jetzt pink.
Jetzt ist es nach 8, und um zu studieren schaue ich einen der zahllosen Kenneth-Branagh-Shakespeare-Filme; langweiliger Stoff, von dem ich immer nur behaupte, ihn durchzuarbeiten und dass ich ihn würde leiden können.

Sonntag.
Es ist Ostern.
A. und ich spielen das Versteckspiel der blauen Seiten, eigentlich zu peinlich und armseeeelig, als dass es gepostet werden sollte, aber am Schluss freue ich mich doch, als alle Eier gefangen sind. In einem schrecklich blinkig-blauen Querquadratfenster erscheint die Meldung: „Mutti gratuliert: Du hast jetzt alle Ostereier gefunden!“ Welch Substitution.
Es ist gleich halb 5 Uhr nachmittags, ich stochere in meinem verspäteten Haferflockenmüsli und überlege, mich samt meiner Erkältungsbeschwerden fernsehend schlafen zu legen. So viel ist ja vom Tag auch nicht zu erwarten, höchstens die irische Geschichte, die ich zu Ende bringen will. Wer wohl in das Haus einzieht?

von kleinerPUNK um # 16:41 in QueErgedenktes | 1 Kommentar | TrackBack (0) | versenden
